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Chlor bewegt

Selins Fußballschuhe, die Regenkleidung von Andi und Ines und Laras Sneakers haben eine Gemeinsamkeit: Bei ihrer Herstellung kommt zu einem gewissen Anteil Chlor zum Einsatz. Produziert wird das vielseitige chemische Element in den Chlor-Alkali-Elektrolyseanlagen von thyssenkrupp Industrial Solutions. Es markiert den Anfang der Herstellungskette unterschiedlichster Produkte, die aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken sind. Dazu zählen auch trendige Turnschuhe.

Jährlich produzieren die von thyssenkrupp gebauten Anlagen rund 39 Millionen Tonnen Chlor, das unter anderem die Grundlage für den sogenannten MDI-Prozess ist. Damit ist die Herstellung von Methylendiphenylisocyanaten gemeint. Diese Verbindungen mit dem komplizierten Namen sind ein Zwischenprodukt für die Produktion von Polyurethan (PUR), quasi dem Schweizer Taschenmesser unter den Kunststoffen. Je nachdem, wie die Vernetzung innerhalb der Polyurethane genau aussieht, entstehen Duroplaste, Thermoplaste, Elastomere, Hart- und Weichschaum oder Gießharze.

In der Schuhproduktion steckt PUR in Materialien für Sohlen, Absätze und Schuhdecken. Bei der Herstellung von Outdoor-Ausrüstung und -Kleidung konnten dank Polyurethan die vor einigen Jahren in Verruf geratenen per- und polyfluorierten Chemikalien (PFC) aus den Fertigungshallen verbannt werden. PUR ist hier eine wesentlich umweltfreundlichere Alternative, um Outdoor-Ausrüstung schmutz- und wasserabweisend zu machen.

Schlüsselkomponente Chlor

Und damit nicht genug: Das zweiatomige Chlormolekül Cl2 kann zu den unterschiedlichsten Verbindungen weiterverarbeitet werden. Es ist der Schlüssel für eine ganze Reihe von wichtigen chemischen Verbindungen. Generiert wird Chlor durch Elektrolyse: Eine Natriumchlorid-Lösung – auch als Kochsalz bekannt – wird „unter Strom“ gesetzt. An der Anode entsteht gasförmiges Chlor, an der Kathode Natriumhydroxid und Wasserstoff. Dank seiner Innovationen im Bereich der Elektrolyse konnte thyssenkrupp Industrial Solutions die Chlorproduktion revolutionieren: Die Elektrolyseure BiTAC-wie eine Filterpresse und die BM2.7-Single-Elemente ermöglichen eine einzigartige Zero-Gap-Technologie, durch die der Abstand zwischen Kathode und Anode auf quasi Null verkleinert werden kann. Das Ergebnis: Der Energieverbrauch kann auf rund 2.000 kWh pro Tonne Natriumhydroxid (NaOH) bei 6 kA/m2 reduziert werden. Bei der Chlorelektrolyse mittels Sauerstoffverzehrkathode (NaCl-ODC-Technologie) wird durch Hinzufügen von Sauerstoff der Energieverbrauch um weitere 400 Kilowattstunden verringert. Hierbei können bis zu 25 Prozent Energie eingespart werden – noch besser für die CO2-Bilanz. Diese Innovationen sind miteinander kombinierbar und kommen bereits jetzt in zahlreichen Anlagen weltweit zum Einsatz – von der kleineren Chemiefabrik bis hin zu gigantischen Chlor-Alkali-Elektrolyse Komplexen mit Kapazitäten von über 800.000 Tonnen Natriumhydroxid pro Jahr. Hierbei setzt thyssenkrupp  auf höchste Qualität im Hinblick auf die Wirtschaftlichkeit, die Sicherheit und den Schutz der Umwelt.

Unzählige Produkte sind auf die Verarbeitung dieser Chlorverbindungen angewiesen. Von pharmazeutischen Erzeugnissen, Pigmenten und Farben, Korrosionsschutz und Isolier- und Dichtungsmaterialien über Borsten für Zahnbürsten und Kosmetika bis hin zu schusssicherer und feuerfester Schutzkleidung. Kaum ein Industriezweig, der auf Chlor in irgendeiner Form verzichten kann.

Auch fast 90 Prozent der Pharmazieprodukte benötigen Chlor. Beinahe das gesamte Trink- und Brauchwasser der USA wird mithilfe von Chlor desinfiziert. Um Keimen wie Salmonellen und Kolibakterien den Garaus zu machen, ist der Stoff ein entscheidender Faktor bei der Herstellung von Reinigungs- und Desinfektionsmitteln für Restaurants und Küchen. In der Automobilbranche fällt Chlor und Natronlauge eine entscheidende Rolle bei der Herstellung von Airbags, Sicherheitsglas und Sitzpolstern zu. Und im Haus- und Gartenbereich ist Chlor eine wesentliche Komponente zur Produktion von Materialien zur Wärmedämmung und Isolierung von Stromleitungen.

Fazit: Selins Fußballschuhe, die Regenjacken von Ines und Andi und die strahlend weißen Sneakers von Lara … Ganz am Anfang ihres Herstellungsprozesses steht das Element Chlor. Und das Know-how der Menschen bei thyssenkrupp Industrial Solutions.