Polyol-Komplex
für Ungarn.

Ungarischer Öl- und Gas-Konzern MOL vergibt EPC-Auftrag für neuen Polyol-Komplex in Tiszaújváros an Business Unit Electrolysis & Polymers Technologies. Produktionskapazität soll 200.000 Tonnen jährlich betragen. Inbetriebnahme ist für zweite Hälfte 2021 vorgesehen.

MOL Hungarian Oil and Gas Public Ltd., ein weltweit führender Öl- und Gaskonzern, beauftragt die Business Unit Electrolysis & Polymers Technologies mit dem Bau eines Polyol-Komplexes. Die MOL Gruppe investiert insgesamt rund 1,2 Milliarden Euro. Der Auftrag umfasst das Engineering, die Beschaffung und den Bau des Chemiekomplexes und wurde am 12.09.2018 unterzeichnet. Die Anlage mit einer Jahreskapazität von 200.000 Tonnen Polyether-Polyol wird in Tiszaújváros, im Norden Ungarns, 160 Kilometer von der Hauptstadt Budapest entfernt, nahe einer bereits bestehenden MOL Raffinerie errichtet. Polyether-Polyole werden zur Herstellung von Polyurethan benötigt. Dieses Material ist ein wichtiger Ausgangsstoff für Produkte in der Automobil-, Verpackungs- und Möbelindustrie eingesetzt.

 

Modell des Polyesther-Polyol-Komplex in Tiszaújváros.

Marcel Fasswald, COO thyssenkrupp Industrial Solutions und Zsolt Hernádi, MOL Chairman und CEO,
unterzeichnen den EPC-Vertrag in Budapest.

Links: Marcel Fasswald, COO thyssenkrupp Industrial Solutions
Rechts: Zsolt Hernádi, Chairman and CEO MOL Group

Effizienz, Umweltfreundlichkeit und Automatisierung setzen Maßstäbe

Marcel Fasswald, COO thyssenkrupp Industrial Solutions: „Der neue Polyol-Komplex ist ein wichtiges Vorzeigeprojekt sowohl für uns als auch für unseren Kunden MOL und Ungarn. Gemeinsam werden wir Maßstäbe in Bezug auf Effizienz, Umweltfreundlichkeit und Automatisierung setzen, indem wir bewährte Technologien mit innovativen Lösungen kombinieren. Wir freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit und sind stolz darauf, unsere jahrzehntelange Erfahrung im Chemieanlagenbau und in der Abwicklung solcher Großprojekte einzubringen. Gleichzeitig stärken wir das Anlagenbaugeschäft von thyssenkrupp.“

“Die endgültige Investitionsentscheidung für das Polyol-Projekt und die Unterzeichnung der EPC-Verträge mit unserem renommierten strategischen Partner thyssenkrupp sind wichtige Meilensteine unserer Transformationsstrategie MOL 2030.”

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Zsolt Hernádi,
Chairman und CEO der MOL Group
Projektabwicklung: Sechs Standorte auf zwei Kontinenten bilden enges Netzwerk

thyssenkrupp Geschäftsfeldleiter Peter Sieben unterstreicht: „Bei der Realisierung des ELP-Projektes arbeiten wir an sechs Standorten auf zwei Kontinenten eng zusammen. Die Projektleitung und der direkte Kontakt zum Kunden liegen in Bad Soden. Das Engineering übernehmen die Kollegen in Dortmund, Indien und Thailand, der Bau erfolgt in Ungarn. Der Einkauf wird u.a. von China und Thailand aus getätigt.“

 

Beeindruckende Zahlen unterstreichen Projektgröße

Einige Zahlen verdeutlichen die enorme Dimension des Projektes: Insgesamt werden rund eine Million Engineering-Stunden veranschlagt, ca. 350 thyssenkrupp Mitarbeiter werden in das Projekt eingebunden, auf der Baustelle werden bis zu 4.000 Personen gleichzeitig arbeiten. Das Areal der Anlage umfasst 900 x 600 Meter, 12.000 Tonnen Stahl, 100.000 Kubikmeter Zement werden verbaut und bis zu 500.000 Kubikmeter Erde bewegt.

Der MOL-Auftrag ist der bisherige Höhepunkt der langjährigen Aktivitäten von thyssenkrupp in Ungarn. Angefangen hatte alles 1878 mit der ersten Krupp-Niederlassung in Budapest. 1971 errichtete Polysius ein Zementwerk – das damals größte und modernste in Osteuropa. Bereits in den Jahren 2003 und 2004 beauftragte MOL Uhde mit dem Bau von Anlagen zur Produktion von schwefelarmen Diesel bzw. hydrierende Entschwefelung von Dieselkraftstoff. In 2018 eröffnete die Business Area Components Technology ein Werk für Lenksystems und Motorkomponenten mit rund 500 Mitarbeitern.


Fazit: Der MOL-Auftrag ist der bisherige Höhepunkt der langjährigen Aktivitäten von thyssenkrupp in Ungarn. Insgesamt werden rund eine Million Engineering-Stunden veranschlagt, ca. 350 thyssenkrupp Mitarbeiter werden in das Projekt eingebunden, auf der Baustelle werden bis zu 4.000 Personen gleichzeitig arbeiten.