Im Gespräch mit
Marcel Fasswald.

Der studierte Maschinenbauingenieur Marcel Fasswald ist seit dem 1. Oktober 2018 Chief Executive Officer der Business Area Industrial Solutions von thyssenkrupp. Wir sprachen mit ihm über Kundenorientierung, den Reiz internationaler Großprojekte und die aktuelle Neuausrichtung der Business Area.

 

Herr Fasswald, seit Anfang April 2018 sind Sie im Vorstand von Industrial Solutions, zunächst als Chief Operating Officer, jetzt wurden Sie zum Chief Executive Officer berufen. Welche Eindrücke haben Sie bisher im Unternehmen gewonnen?

 

Ich bin von der Motivation der Mitarbeitenden wirklich begeistert. Sie identifizieren sich mit thyssenkrupp und insbesondere mit dem Produkt, für das sie arbeiten. Dies ist sicherlich eine unserer Stärken, die wir auch bei der aktuellen Transformation unserer Business Area nicht aufgeben oder vernachlässigen dürfen. Dazu kommt, dass wir technologisch großartige Produkte im Angebot haben und auch stark in der Entwicklung neuer Produkte sind. In Zukunft werden wir uns noch stärker auf die Abwicklung unserer Projekte konzentrieren, unsere globale Präsenz ausbauen und die Arbeit in unserem weltweiten Netzwerk noch weiter intensivieren.


 

Der Vorstand von Industrial Solutions wurde zum 1. Oktober neu berufen. Was ändert sich dadurch für die Kunden?

 

Unsere Kundenbeziehungen werden keineswegs beeinträchtigt, sondern vielmehr intensiviert. Unser neubesetzter Vorstand steht für Kontinuität. Meine Vorstandskollegen und ich waren alle schon vorher im Unternehmen, wir kennen unsere Kunden, Märkte und Produkte. Oliver Tietze ist seit dem 1. Oktober unser neuer Chief Financial Officer. Er fungierte davor als Chief Operating Officer und Chief Financial Officer unserer globalen Projektabwicklungsorganisation. Michael Höllermann bleibt weiterhin Chief Human Resources Officer.

 

Wir als Vorstand werden uns verstärkt in das Tagesgeschäft einbringen. Bei großen Projekten übernehmen wir eine Executive Sponsorship, um möglichst eng mit den Projektteams und dem Kunden zusammenzuarbeiten.


 

“Unser Anspruch ist es, Innovation und Wettbewerbsfähigkeit miteinander zu verbinden. Um auf dem globalen Markt erfolgreich zu sein, brauchen wir nicht nur hervorragende Produkte und Dienstleistungen, sondern auch international wettbewerbsfähige Kostenstrukturen.”

 

 

Sie sprachen die Transformation der Business Area an. In welche Richtung geht es für Industrial Solutions?


Unsere Kunden stehen immer an erster Stelle, darin wird sich nichts ändern. Wir bleiben auch in Zukunft der verlässliche kompetente Partner für Engineering-Lösungen. Wir werden uns künftig voll auf den Anlagenbau konzentrieren. Das Marine-Geschäft, einer der führenden, global agierenden Systemanbieter für Uboote und Marineschiffe, von wurde von thyssenkrupp Industrial Solutions abgespalten und wird seit dem 1. Oktober 2018 direkt von der thyssenkrupp AG geführt.

Unser Anspruch ist es, Innovation und Wettbewerbsfähigkeit miteinander zu verbinden. Um auf dem globalen Markt erfolgreich zu sein, brauchen wir nicht nur hervorragende Produkte und Dienstleistungen, sondern auch international wettbewerbsfähige Kostenstrukturen. Darauf werden wir uns fokussieren und davon werden unsere Kunden profitieren.

 

 

Sie sind gelernter Anlagenbauer mit großer internationaler Erfahrung. Was waren bisher Ihre wichtigsten beruflichen Stationen?

Nach meinem Maschinenbaustudium mit dem Schwerpunkt Konstruktionstechnik habe ich im Anlagenbau der Mannesmann Demag Hüttentechnik angefangen. Schon früh habe ich dort als Projektleiter gearbeitet und bin gleich am Anfang ins kalte Wasser geworfen worden. Aber so lernt man schnell schwimmen und sammelt wertvolle praktische Erfahrungen. Bei Projekten im Anlagenbau wird es nie langweilig, immer wieder ergeben sich neue Herausforderungen, müssen kulturelle Unterschiede gemeistert werden. Das war für mich schon als junger Ingenieur eine besonders reizvolle Herausforderung. Anlagenbau ist kein Geschäft wie jedes andere: Für mich hat man als Projektleiter eines Großprojekts den spannendsten und interessantesten Beruf überhaupt.  

“Bei Projekten im Anlagenbau wird es nie langweilig, immer wieder ergeben sich neue Herausforderungen, müssen kulturelle Unterschiede gemeistert werden.”

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Marcel Fasswald,
Chief Executive Officer

 

Bevor Sie 2015 Geschäftsführer der SMS Group wurden, haben Sie einiges von der Welt gesehen.

Das stimmt. Die Arbeit im Ausland hat mich immer gereizt. Ich habe Projekte unter anderem in Kanada, Indien, China, Korea und Österreich geleitet. Dabei habe ich gelernt, dass ein Projekt nur dann erfolgreich sein kann, wenn das Verhältnis zum Kunden von Anfang an partnerschaftlich ist. Beide Seiten müssen wissen, dass sie in einem Boot sitzen und am Ende nur erfolgreich sein werden, wenn sie mit offenen Karten spielen. Neben dem Projektgeschäft habe ich später als CEO auch sieben Jahre lang eine Landesgesellschaft in Indien geleitet.


Internationale Kooperation in einer Matrix und das Nutzen der Stärken vieler Länder sind mir nicht fremd. Diese Erfahrung bringe ich in die Leitung von Industrial Solutions ein. Ich hoffe, das wird unserem Unternehmen und unseren internationalen Kunden zugutekommen.

 

Fazit: Marcel Fasswald, neuer Chief Executive Officer der Business Area Industrial Solutions von thyssenkrupp, unterstreicht, der neue Vorstand stehe für Kontinuität und eine noch intensivere Kundenorientierung. Das Unternehmen verfüge schon heute über technologisch ausgereifte Produkte, eine hervorragende Innovationsfähigkeit und eine hochmotivierte Belegschaft. Um auf dem globalen Markt erfolgreich zu sein, müsse man technische Innovation und international wettbewerbsfähige Kostenstrukturen miteinander verbinden.