Hightech

auf Halden.

Halden aus Kalkstein, Gips, Ton oder Eisenerz: Eine Lagereinrichtung für Schüttgüter der Zementproduktion sieht eher aus wie eine typische Lowtech-Anlage. Aber jetzt hat thyssenkrupp Industrial Solutions ein zukunftsweisendes vollautomatisiertes Lagersystem entwickelt, das auch Hightech auf Halden zur Anwendung bringt – mit zahlreichen Vorteilen.

Das Hauptproblem konventioneller Lösungen zur Lagerung von Fülladditiven und Korrektiven für die Zementherstellung sind die ungesunden Arbeitsbedingungen. Jedes Mal, wenn sich der Bandabsetzer  mit losen Rohstoffen von einer zur anderen Halde bewegt, muss sich jemand in das Innere der staubigen Anlage begeben, um die Maschine zu bedienen. Dasselbe gilt für den Rücklader – die Maschine, mit der die erforderliche Menge an Rohmaterial für die Zementherstellung entnommen wird. Die Stäube, die in einer konventionellen Anlage entstehen, können ein Gesundheitsrisiko darstellen, und in vielen Ländern sind daher die Gesundheits- und Sicherheitsbestimmungen bereits erheblich verschärft worden. Außerdem gibt es weitere Nachteile bei konventionellen Lagerlösungen d. h. hohe Lohnkosten auf der einen und mangelhafte Zuverlässigkeit der Anlagen auf der anderen Seite.

Durch das von thyssenkrupp entwickelte vollautomatisierte Lagersystem muss das Bedienungspersonal nun nicht mehr die staubige Luft einatmen. Die neue Hightech-Lösung eliminiert nicht nur das Gesundheitsrisiko, sie senkt auch die Arbeitskosten und steigert sowohl die Zuverlässigkeit als auch die Effizienz.

 

 

 

 

 

Automatisierung ist die Antwort

thyssenkrupp hat mit Erfolg ein vollautomatisiertes maßgeschneidertes Längslagerungssystem entwickelt: Die Korrektive für die Rohmehlmahlung werden hierbei an einem Ende der Anlage gelagert, die Additive für die Zementmahlung am anderen. Ein in der Mitte installierter, um 180° schwenkbarer Bandabsetzer läuft auf Schienen auf und ab, um die Additive und Korrektive haldenweise abzusetzen. Zwei Portalkratzer – einer an jeder Außenseite – entnehmen die Materialien je nach Bedarf.

Das Hauptmerkmal der automatisierten Lösung von thyssenkrupp ist ihre intelligente Radarsensortechnologie, die zuverlässige Daten zur Haldengeometrie und Positionierung der Maschine sammelt. Der Bandabsetzer ist mit zwei Radarsensoren für die 2-D-Abtastung und einem Radarsensor für die präzise Positionierung ausgestattet. Die Halden-Management-Software wandelt dann die Daten, die von diesem Radarsystem geliefert werden, in 3-D-Modelle der Halden um. Dieses Hightech-Lagersystem bietet die Möglichkeit, vier Schlüsselfunktionen automatisch auszuführen: Bewegen des Absetzers von einer Halde zur anderen; Bewegen des Rückladers von einer Halde zur anderen und das präzise Ansetzen für den First Cut; Vermeiden jeglicher Kollision zwischen dem Absetzer und den beiden Rückladern; und Ermittlung des jeweiligen Haldenvolumens. Bei konventionellen Systemen ist das richtige Ansetzen für den First Cut stets ein heikles Unterfangen, weil die Haldenoberflächen nach dem Absetzen nicht immer gleichmäßig sind. Da die thyssenkrupp-Software die Höhe und Form jeder Halde genau kennt, dirigiert sie den Rücklader automatisch in die optimale Position.
 
Es gibt auch die Möglichkeit, mit dem System das Volumen jeder Halde zu bestimmen. Das ist besonders nützlich, weil man so einen Überblick über die bereits verbrauchten und verbleibenden Mengen an Additiven und Korrektiven erhält, was wiederum die Prognose des zukünftigen Bedarfs erleichtert.

 

 

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Korrektive

 

Additive

Gesundheits­-, Kosten­- und Effizienzvorteile

Der wahrscheinlich wichtigste Vorteil des voll automatisierten Lagersystems: Es reduziert das Gesundheitsrisiko für das Bedienungspersonal erheblich. Durch das neue System sind die Mitarbeiter nicht mehr der staubigen Luft beim routinemäßigen Umgang mit den Schüttgütern ausgesetzt. Und das ist nicht der einzige große Vorteil. In Ländern mit hohen Arbeitskosten können die Kosteneinsparungen, die der Einsatz dieses Systems bringt, ebenfalls  ein Schlüsselfaktor sein. Hinzu kommt, dass die Software durch das Scannen und Erzeugen von 3-D-Modellen der Halden Daten liefert, mit denen das Haldenvolumen mit großer Genauigkeit bestimmt werden kann – das ermöglicht ein effizienteres Lagerplatzmanagement. Last, but not least wird durch die kompakte Bauweise dieses automatisierten  Lagersystems Platz gespart, was wiederum zur Kostensenkung beiträgt.

Kompetenz, angewandt für eine Pionierleistung

Als einer der weltweit führenden Komplettanbieter für die Zementindustrie verfügt thyssenkrupp über einen großen Erfahrungsschatz und weiterreichende Kompetenzen auf diesem Gebiet. Durch die Entwicklung der ersten Hightech-Lösung zur Lagerung von Schüttgütern bei der Zementherstellung können unsere Kunden und vor allem ihre Mitarbeiter zukünftig von den bedeutenden Vorteilen, die dieses System bietet, profitieren.


Fazit: thyssenkrupp hat ein vollautomatisiertes Längslagersystem für die in der Zementproduktion verwendeten Schüttgüter entwickelt und in Betrieb genommen. Die erfolgreiche Hightech-Lager-Lösung für Schüttgüter minimiert das Gesundheitsrisiko des Bedienungspersonals, verbessert so die gesamte Betriebssicherheit, reduziert die Arbeitskosten und fördert die Effizienz der Lagerverwaltung.